Anmerkungen zur kybernetischen Ironie
Freitag, März 21st, 2008Da sich nun die Berichte über Internetsucht mehren, möchte ich heute eine bisher übersehene Variante besprechen, die sowohl die second-life-Sucht als auch die world-of-warcraft-Sucht bei Weitem in den Schatten stellt. Es ist die Rede von der statcounter-Sucht. Mit statcounter lässt sich für jeden/jede, der/die eine website betreibt, quasi in realtime verfolgen, wer sich alles auf seiner/ihrer website herumtreibt. Vor allem die so genannten referrer, also die Links, die auf die website verwiesen haben, sind dabei von besonderem Interesse. Freilich ist besonders spannend zu verfolgen, wer nun statcounter benutzt, um die referrer zurück zu verfolgen. Immer ein bisschen meta. Die, die dies offensichtlich tun, sind natürlich entweder blutige Laien, oder aber schon in einem fortgeschrittenen Suchtstadium, dass da eh kaum noch zu helfen ist. Ein leichtes Spiel für, na wollen wir sie “referrer-Dealer” nenne. Zum Glück gibt es Algorithmen, die die Spreu vom Weizen trennen und etwas Linderung im Falle von Entzugserscheinungen verschaffen. Über blogviz und einige neuere Varianten des Monitorings habe ich an dieser Stelle ohnehin schon häufig berichtet (z.B. hier). Was heute so angeboten wird, da würde der so genannte “Meister der Organisation”, Stafford Beer, der seinerzeit maßgeblich an dem letztlich nicht realisierten kybernetischen Totaldemokratisierungsoptimierungsmaschinerie namens CyberSyn gearbeitet hat, blass vor Neid werden. Wozu dies nun alles führt, lässt sich auf dem Wahrheitsportal nachlesen. Wie ich auf diese website stieß? Hm! Und was heißt hier eigentlich nicht realisiert in Bezug auf CyberSyn? Natürlich sind dies alles böse Spekulationen und Internetbedrohungen, die zum Glück von Algorithmen geahndet werden können. Otto E. Rössler spricht auf einer Verschwörungskonferenz über die Abnahme der Angst durch die Erhöhung der Gefahr. Allerdings beschleicht mich über die Detektion der Internetbedrohung eher eine erhöhte Angst. Ob diese berechtigt ist, lässt sich aber zum Glück durch den statcounter easy nachweisen. Nur, wem hilfts? Vielleicht Schäuble? Da müssen sich die Vorratsdatensammler ja nicht einmal die Hände schmutzig machen.