Archive for Februar, 2008

ZUM VERHÄLTNIS VON ÄSTHETIK, ÖKONOMIK UND ETHIK

Samstag, Februar 23rd, 2008

Vom 4. bis. 6. April 2008 findet das Semiotische Symposium Frühjahr 2008 an der Hochschule Mannheim zum Thema

WIRKLICHKEIT ALS DESIGN-PROBLEM. ZUM VERHÄLTNIS VON ÄSTHETIK, ÖKONOMIK UND ETHIK

statt. Es werden keine Teilnehmer-Gebühren erhoben, um auch Studierenden den Zugang zu ermöglichen. Das Programm und weitere Information zum Symposium ist unter

http://www.semiose.de/index.php?id=0,75 

einzusehen.

Schwarze Löcher und seltsame Logik am CERN

Freitag, Februar 8th, 2008

Noch einmal möchte ich die kürzlich angesprochene Problematik der “mini black holes” am LHC (Large hadron collider) bei der Höchstenergie-Beschleuniger-Anlage CERN aufgreifen. Der Tübinger Forscher Prof. Otto E. Rössler behauptet in golem.de, dass die Gefahr der Kumulation der schwarzen Löcher nicht vernachlässigbar ist, während ein Großteil der Physiker - zumindest der CERN-Physiker (sic!) - behaupten, dass die mikroskopischen schwarzen Löcher, falls sie überhaupt existieren, schnell verdampfen und daher ungefährlich sind. Ohne mich auf die physikalische Theorie hinter diesem Problem auszulassen - das kann ich aufgrund meiner fehlenden Expertise ohnehin nicht - sind einige Aussagen eines CERN-Physikers, Michelangelo Mangano (ebenfalls in golem.de im Anschluß an das Interview mit Rössler zu finden), vom rein gesunden Menschenverstand betrachtet ziemlich absurd.

Originalzitat:

“Wir reden hier von mikroskopisch kleinen schwarzen Löchern, von denen es bisher nur theoretische Modelle gibt, wir also gar nicht wissen, ob sie überhaupt existieren.”

Wie sich das Noch-Nicht-Existierende verhält weiß man aber offenbar genau:

“Schwarze Löcher verhalten sich ein wenig wie das elektrisch neutrale Neutrino. Sie reagieren nur sehr langsam und können durch mehrere tausend Kilometer Eisen fliegen, bevor sie überhaupt mit etwas zusammenstoßen. “

Der Gipfel der naiven Argumentation ist aber der Satz:

“99,99 Prozent meiner Kollegen glauben, dass die schwarzen Löcher zerstrahlen werden.”

Es gilt, wohlgemerkt, dass kein Mensch weiß, ob sie existieren. Aber unabhängig davon, um eine Genauigkeit dieser Angabe bis auf die zweite Dezimalstelle machen zu können, müssen also mindestes 10000 Kollegen befragt worden sein. Die genaue statistische Auswertung würde mich durchaus interessieren, auch wenn die Sache mit Demokratie reichlich wenig zu tun hat, wie hier offenbar suggeriert wird. Tatsächlich bestätigt der CERN-Physiker mit dieser Aussage, dass Otto Rössler zumindest in folgender Aussage recht behält: “Und so wie der durchökonomisierte Wissenschaftsbetrieb heute läuft, ist die Macht des Konsenses größer als die der Vernunft.” Ist eigentlich Otto Rössler einer unter 10000, der die 0.01 Prozent Ablehnenden ausmacht? Oder zählt der gar nicht zu den Kollegen? Gibt es eigentlich auch Kolleginnen? Jedenfalls wundern darf man sich wohl schon, wenn mindestens 10000 Physiker (-innen?) wissen, wie sich etwas verhält, von dem kein Mensch weiß, ob es existiert. Eine letzte Frage hätte ich da noch: Welche Varianz hat den eigentlich diese Prozentangabe?

Hier ein Portrait eines schwarzen Löchchens: black hole. Und Higgs-Bosen gibt’s dort auch!

Bilder von Chaos-Modellen in statu nascendi

Mittwoch, Februar 6th, 2008

Wie entwickeln Chaosforscher ein Verständnis über die Eigenschaften komplexer nichtlinearer Systeme?

Ich freue mich, dass ich am Dienstag den 12.2.2008 das große Vergnügen habe, Nina Samuel vom Baseler bildwissenschaftlichen Institut EIKONES in unserer Vortragsreihe “unplugged heads 2.0″ begrüßen zu dürfen. Nina widmet sich zumindest der Teilfrage, welche Rolle Bilder bei der Erkenntnisgenerierung spielen. Aus Interviews mit führenden Chaosforschern wie Otto E. Rössler und Benoit Mandelbrot versucht sie die Bedeutung von Bildern im Forschungsprozess zu ermitteln. Da ich selbst bei Otto Rössler in die Chaos-Schule gegangen bin, freue ich mich besonders auf Ninas Blick auf diese Forschung aus einer anderen, der bildwissenschaftliche Perspektive.

Die Veranstaltung findet am

12.2.2008 um 18:00 Uhr am Institut für Neue Medien im Frankfurten Osthafen statt.