Design vs Gestaltung
Samstag, Dezember 23rd, 2006“Blogging presents one of the most fascinating social phenomenons of our time. This change in the flow of online information might radically change the way we look at news providers and large media conglomerates.”
Mit diesen Worten eröffnet Manuel Lima seine website zum “Blogviz“, eine flash-basierte Visualisierung der Diffusion von Information im “blogspace”. Die dort herunter zu ladende Master-Thesis ist eine Steilvorlage für alle InformationsdesignerInnen, oder die, die welche werden wollen. Während man in deutschen Hochschulen für Design als (potentieller) Dozent, weil man ein Curriculum vorschlägt, das systemische Modelle enthält, gewarnt wird, dass man damit die armen StudentInnen überfordert, nehmen anderenorts die Schulen den Zusammenhang zwischen Systemtheorie und Design offenbar ernster. Resultat ist, dass die Informatiker nun die Rolle des Designers übernehmen und die traditionell ausgebildeten Designer sich nun zur Abgrenzung lieber “Gestalter” nennen.
Stimmt, bei den meisten Designern neueren Typs überwiegt die Heilsvision der Kybernetik, die letztlich zu einer “Verdinglichung” führt. Die künstlich-intelligenten Instrumente der Navigation durch den Informationsraum antizipieren unsere (Such-)Wünsche und degradieren uns dabei zu “Abnickmaschinen”. Der “wahre” Designer, also der Gestalter, sollte es besser wissen. Kann es aber nur, wenn er sytemische Ansätze und Grundgesetze des guten Designs, nämlich die Verdinglichung zu vermeiden, integriert. Das ist eines der Anliegen der performativen Wissenschaft.